Im Saarland ins Jura-Referendariat: Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Dieser Beitrag ist Teil der Übersicht Rechtsreferendariat nach Bundesländern.

Die Ausgestaltung von Referendariat und zweitem Staatsexamen unterscheidet sich je nach Bundesland.

Worauf du bei Wahl eines Bundeslandes für dein Rechtsreferendariat grundsätzlich achten solltest, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben. Eine allgemeine Einführungsseite zum richtigen Herangehen an dein Referendariat findest du unter diesem Link.

Die wichtigsten Infos konkret zum Rechtsreferendariat im Saarland gebe ich dir hier:

Warte­zeit Es kann zu Wartezeiten kommen.
Einstellungs­termine
  • 1. März
  • 1. September
Bewerbungs­frist
  • 15. Januar für den Einstellungstermin am 1. März
  • 15. Juli für den Einstellungstermin am 1. September
Unterhalts­beihilfe pro Monat 1.261,43 EUR
(zzgl. ggf. anwendbarer Familienzuschläge)
Zulassungs­kriterien
  • Bis zu 10% der Stellen werden für Fälle besonderer Härte vergeben.
  • Von den verbleibenden Stellen werden 60% nach dem Ergebnis der ersten juristischen Staatsprüfung und
  • 40 % nach Wartezeit vergeben.

(vgl. § 3 des saarländischen Gesetz über die Beschränkung der Zulassung zum Vorbereitungsdienst für Rechtsreferendare)

Anzahl der Klausuren 7 (2 im Bürgerlichen Recht, 1 im Zwangsvollstreckungsrecht, 1 im Strafrecht, 2 im Staats- und Verwaltungsrecht, 1 nach Wahl im Bürgerlichen Recht oder im Staats- und Verwaltungsrecht)
Gewichtung mündliche Prüfung 30% (der Aktenvortrag mit 10% und die Prüfungsgespräche mit insgesamt 20%) (§ 30 Abs. 1 JAG SL)
AGs Einführungslehrgänge zu Stationsbeginn sowie stationsbegleitende Lehrgänge
Stations­gestaltung relativ rigide, ein Tausch der Reihenfolge von Stationen ist im Saarland nicht möglich.

Auslandsaufenthalt bis zu 3 Monate möglich während der Anwaltsstation II, außerdem während der Wahlstation

Prädikats­quote* 20,5%* (Diese Zahl musst Du aber vor dem Hintergrund der Zulassungsvoraussetzungen verstehen. Dazu hier mehr.)

*Diese Übersicht ist grundsätzlich auf dem Stand 2020, allerdings liegen den Examensstatistiken die Zahlen von 2018 zugrunde, da neuere Examensstatistiken bislang nicht veröffentlicht wurden.
Durchfall­quote* 9,6%*

*Diese Übersicht ist grundsätzlich auf dem Stand 2020, allerdings liegen den Examensstatistiken die Zahlen von 2018 zugrunde, da neuere Examensstatistiken bislang nicht veröffentlicht wurden.
Erwähnens­wert Im Saarland gibt es zwei Anwaltsstationen. Die Klausuren schreibt man schon im ersten Monat der zweiten Anwaltsstationen und damit im 18. Ausbildungsmonat. Das ist sehr früh, üblich ist in anderen Bundesländern eher der 21. Ausbildungsmonat.

Die Referendariatsstationen im Saarland im Detail:

  1. Strafrechtsstation:
    3 Monate, Staatsanwaltschaft
  2. Zivilrechtssstation:
    5 Monate, bei einem Gericht in Zivilsachen erster Instanz
  3. Verwaltungsstation:
    3 Monate, bei einer Verwaltungsbehörde, bei einem Gericht der Verwaltungs-, der Finanz- oder der Sozialgerichtsbarkeit oder in Speyer möglich, die Station kann auch bei einer öffentlich-rechtlichen Anstalt absolviert werden, wenn eine sachgerechte Ausbildung gewährleistet ist
  4. Anwaltsstation I:
    6 Monate, Anwaltskanzlei
  5. Anwaltsstation II:
    4 Monate, Anwaltskanzlei; bis zu 3 Monate bei einem Notar, bei Unternehmen, Verbänden oder bei einer sonstigen Ausbildungsstelle, sofern eine sachgerechte rechtsberatende Ausbildung gewährleistet ist; bis zu 3 Monate im Ausland möglich.
    Achtung: Die Klausuren werden im Saarland schon im 1. Monat dieser Station geschrieben!
  6. Wahlstation:
    3 Monate; Ausland möglich; Speyer möglich; eine Liste möglicher Ausbildungsstellen findest Du in § 25 Abs. 3 JAO SL.

Ausbildungsorte für Referendare im Saarland

Die Ausbildung findet am Landgericht Saarbrücken statt.

Bewerbung für das Rechtsreferendariat im Saarland

Du bewirbst dich für ein Referendariat im Saarland beim Justizministerium.

Die für die Bewerbung erforderlichen Unterlagen sowie die relevanten Fristen und Adressen findest du auf der Bewerbungswebsite des saarländischen Justizministeriums. Um sicherzugehen, dass du die aktuellen Anforderungen erfüllst, empfehle ich dir, diese direkt dort nachzuschauen – und dich nicht auf Zusammenfassungen Dritter im Internet zu verlassen – nicht mal auf mich 😉

Weitere hilfreiche Links

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