Klausurentraining à la Kaiser: Wie viele Übungsklausuren Referendare schreiben sollten und wie man das am Besten schafft

Lieber noch mehr lernen? Oder mehr Klausuren schreiben? Oder vielleicht endlich mal wieder ausschlafen? Ich habe die absoluten Examensvorbereitungsprofis für das zweite Staatsexamen gefragt. Die Macher der Kaiserseminare und des Kaiser-Klausurenkurses. Die haben sich intensive Gedanken gemacht und die Meinungen der Top-Kaiser Referenten eingeholt. Nach einer Beratung der Führungsriege aus Horst Kaiser, Jan Kaiser und Torsten Kaiser haben sie mir dann die „offiziellen Kaiser-Soll-Zahlen für eine optimale Examensvorbereitung“ für Referendare genannt.

Wie viele Übungsklausuren Referendare für eine optimale, aber noch realistische Examensvorbereitung schreiben sollten:

Erste Erkenntnis: Es reicht natürlich nicht, eine absolute Zahl beliebiger Klausuren geschrieben zu haben. Entscheidend ist, dass man seine Übungszeit sinnvoll auf die verschiedenen Klausurtypen aufteilt. Dabei ist zum einen die Examensrelevanz des jeweiligen Klausurtyps zu berücksichtigen. Zum anderem erfordern manche Klausurtypen wegen ihrer Formalien oder des Zeitdrucks aber auch einfach mehr Übung als andere.

Hier ist sie, die offizielle Kaiser-Soll-Liste der Klausurtypen für das Assessorexamen. Im Anschluss werde ich ein paar leider wenig bekannte Techniken verraten, wie man diese Übungsklausurenzahlen im Referendariat auch tatsächlich erreichen kann.

Zivilrecht
Zivilurteil (ohne ZVR): 7
Rechtsanwalt (ohne ZVR und Kautelar): 10
ZVR (Gericht oder RA): 7
Kautelar: 7
Strafrecht
StA: 10
Strafurteil: 8
Revision: 8
Öffentliches Recht
Gericht Urteil: 7
Gericht Beschluss (80 V, 123): 7
Behörde: 7
RA: 5

Diese Zahlen sind eine Empfehlung der Kaiserseminare. Entsprechende Klausuren können dort unter www.kaiserseminare.com bestellt werden. Ich kann das aus persönlicher Erfahrung nur empfehlen. Ich bekomme für diesen Link auch keine Provision, sondern habe mit dem Klausurenangebot von Kaiser einfach sehr gute Erfahrungen gemacht. Weiter unten werde ich noch näher darauf eingehen.

4 Tipps, wie man im Referendariat mehr Übungsklausuren schafft (und warum ich auf die Kaiser Klausuren setze):

Dieses Programm ist straff, aber durchaus machbar. Zunächst werden in den meisten Bundesländern nicht alle der aufgeführten Klausurtypen abgefragt. Dadurch reduziert sich die tatsächliche Soll-Zahl also etwas. Außerdem kann man mit der richtigen Technik seine Schlagzahl beim Klausurenschreiben deutlich erhöhen, ohne das abstrakte Lernen dadurch zu vernachlässigen. Hier sind 4 Tipps zum Erreichen der für das zweite juristische Staatsexamen optimalen Übungsklausurenzahl:

1. Klausuren nachmittags schreiben

Diese Technik habe ich von sehr guten (ehemaligen) Referendaren. Sie eignet sich aber nicht nur für die 16-Punkte Lernfreaks, sondern auch für alle, die zu spät mit der Examensvorbereitung angefangen haben und nun irgendwie noch auf eine vernünftige Übungsklausurzahl kommen wollen.

Schreibt man seine Übungsklausuren vormittags, ist man danach in der Regel zu erschöpft, um noch effektiv abstrakt zu lernen. Man muss sich deshalb immer entscheiden: Schreibe ich heute eine Übungsklausur oder eigne ich mir lieber abstrakt neues Wissen an?

Schreibt man seine Übungsklausuren hingegen nachmittags, kann man den ganzen Vormittag mit voller Konzentration lernen. Die Übungsklausur wird dann etwas schlechter, weil man nicht mehr voll konzentriert ist, aber sie dient ja auch nur der Übung. Auf diese Weise kann man auch schon mal 5 Übungsklausuren pro Woche schaffen – und sich trotzdem noch abstrakt neues Wissen aneignen.

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2. Die Übungsklausuren thematisch an den Lernstoff anpassen

Auch hier habe ich nicht geraten, sondern erfahrene Lehrer und Repetitoren befragt. Die Antwort war einhellig: Wenn man seine Übungsklausuren dem Lernstoff anpasst, erhöht man den Lerneffekt.

Beispiel: Wenn du gerade Revisionsrecht lernst, solltest du auch gleich mehrere Revisionsklausuren schreiben. So festigst du den Lernstoff und übst die Anwendung. Wenn du erst Wochen nach dem abstrakten Revisionsrechtslernen eine Klausur dazu schreibst, hast du vieles wieder vergessen. Dein abstraktes Lernen war für die Katz. Sofortiges Anwenden des neuen Stoffes in der Klausur hingegen hilft, das Erlernte im Langzeitgedächtnis zu verfestigen.

Auf diese Weise stehen Klausurübung und abstraktes Lernen sich nicht im Weg, sondern unterstützen sich gegenseitig.

3. Kaiser-Klausuren schreiben

Leider ist die Verteilung der Klausurtypen in den staatlichen Klausurenkursen im Referendariat oft ungünstig. Man schreibt dort vor allem zu wenige Anwalts- und verwaltungspraktische Klausuren. Außerdem sind die Kurse nicht auf den eigenen Lernplan abgestimmt.

Deshalb muss man sich die fehlenden Klausuren selbst beschaffen. Ich habe mir sogar den Großteil meiner Übungsklausuren aus dem Fernklausurenprogramm der Kaiserseminare selbst besorgt. Dort war ich nicht an irgendwelche Klausurenkurse mit festen Terminen und vorgegebenen Klausuren gebunden, sondern konnte mir Klausurenpakete völlig frei zusammenstellen, mit genau den Klausuren und Klausurtypen, die ich gerade brauchte. Und ich konnte die Klausuren genau dann schreiben, wann es in meinen Lernplan passte.

Als ich Revisionsrecht gelernt habe, habe ich mir 5 Revisionsklausuren von Kaiser bestellt und in einer Woche runtergeschrieben. Als ich die zivilrechtliche Anwaltsklausur gelernt habe, habe ich mir Anwaltsklausuren bestellt. Ich habe keine Zeit mit langen Wegen oder schlechten Klausurbesprechungen vergeudet. Ich konnte meine Klausuren nachmittags schreiben und sofort danach die Lösungsskizzen lesen. Die übrigens super sind.

Deshalb habe ich oben die Übungsklausuren von Kaiser empfohlen. Geld bekomme ich für diese Empfehlung nicht. Zu den Kaiser-Klausuren kommst du hier.

4. Den Überblick behalten

Um die beschriebenen Techniken effektiv umsetzen zu können, muss man einen Überblick über seinen Klausurenstatus behalten. Wie viele Klausuren habe ich von welchem Typ schon geschrieben und wie viele fehlen noch?

Weil das schwierig sein kann, habe ich einen Übungsklausurenplaner für Referendare entwickelt. Dort sind die oben genannten Soll-Zahlen voreingetragen, man kann aber auch seine eigenen Zielzahlen eingeben. Dann informiert man den Planer über jede geschriebene Klausur und bekommt zum Dank eine mit Ampelsystem und Graphen visualisierte Übersicht über seinen Übungsstatus. Ich habe den Übungsklausurenplaner selbst für meine Examensvorbereitung verwendet und fand ihn sehr hilfreich. Lade ihn hier kostenlos herunter.

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